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Christine Klissenbauer 2017.jpg.pngFoto: Ulrich Decking

Christine presente

28. Sep 2026

Erinnerungen aus der Düsseldorfer pax christi-Gruppe

Christine Klissenbauer wurde 1933 geboren und wuchs in Düsseldorf-Flehe in einer Bäckerei-Familie auf. Seit wir sie kennen, wohnte sie wieder in der Nähe der früheren Backstube und starb nun am 18.9.2026.

Wir lernten sie Anfang der 90er Jahre kennen, als wir aus unterschiedlichen Richtungen zur Düsseldorfer pax christi Gruppe stießen. Beruflich war sie gerade nach einer Tätigkeit in einem Sekretariat der Uniklinik Düsseldorf in die Samuel-Stiftung gewechselt, um schon wenige Jahre später in Bonn in der Missionszentrale der Franziskaner im Menschenrechtsbereich aktiv zu werden. Und im Alter von 67 Jahren brach sie dann für 2 Jahre als Friedensarbeiterin für pax christi und Misereor nach Barrancabermeja / Kolumbien auf, wo sie Opfer von Menschenrechts­verletzungen, insbesondere durch Paramilitärs und rechte Gruppen, schützte und begleitete. Sie engagierte sich vor und insbesondere auch nach ihrer Zeit n Barrancabermeja stark im pax christi Solidaritätsfonds Eine Welt.   

In unserer Erinnerung war sie immer eng verbunden mit der Situation in Kolumbien und mit FEDEFAM, der Föderation der Familienangehörigen der gewaltsam Verschwundenen, zu der auch z.B. die Mütter von der Plaza de Mayo in Argentinien gehörten. Und sie hatte viele persönliche Beziehungen in zahlreiche Länder Lateinamerikas.  

Uns beeindruckte ihre Gastfreundschaft. Immer wieder beherbergte sie in ihrer kleinen Wohnung Gäste aus Lateinamerika, und als die Wege für sie mühsamer wurden trafen wir uns über Jahre bei ihr als pax christi Gruppe. Immer bot sie uns Tee und Knabbereien an – und interessierte sich lebhaft für uns und das Wohlbefinden unserer Kinder und Familien.

Solange es ihre Kräfte erlaubten, besuchte sie Eine-Welt-Veranstaltungen oder auch Friedensgottesdienste in der Stadt, auch mit Rollator und Straßenbahn. Und blieb aufmerksam, zugewandt und empathisch bis über ihren 90. Geburtstag hinaus.  

Nachdrücklich berichtete sie, dass in Lateinamerika der Verstorbenen lebhaft gedacht wird, und dass sie bei Nennung ihres Namens förmlich präsent seien. Dies sicher auch als Teil einer Auferstehungshoffnung, die auch Christine prägte. Jetzt ist es an uns, „Christine presente“ zu sagen und ihre Menschenfreundlichkeit und Friedenshoffnung weiter zu tragen.

Möge sie in Gottes Frieden aufgehoben sein.    

 

für die pax christi Gruppe Düsseldorf

Ulrich Decking, Josef Roberg, Regine Willems und Dorothee Spratte

 

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